6 Basalt heads in Scotland. Magic!
von Matthias Stahl
Es ist Mai 2025 und ein lang gehegter Traum ist in Erfüllung gegangen: Die Basaltköppe sind nach Schottland gereist – der Heimat von Scotch und Shortbread. Bis in die Fußspitzen motiviert aber leider ohne den Coach ging es für knapp vier Tage nach Edinburgh, in die Hauptstadt des sympathischsten Teils des UK. Unter Leitung unseres Lieblingsschotten Paul wollten Olli, Sascha, Michael, Sebi und Matthias zunächst am Edinburgh Half Marathon teilnehmen und dann mehr über die dortige Wirtschaft (ergo Pubs) erfahren.
Nach Ankunft in der angemieteten Residenz am Samstagnachmittag stand die Abholung der Startunterlagen auf dem Programm. Sportsmenlike wurde diese zu Fuß erledigt und mit einer ersten Orientierung in der Stadt sowie dem Startbereich der Laufstrecke verbunden. Den zahlreichen Aufrufen zur besseren Laufvorbereitung mittels Alkoholgenusses durch einen Mitreisenden, dessen Name an eine Rennfahrerlegende erinnert, widerstanden die meisten Basaltköppe. Schließlich stand ein ernst zu nehmender Wettkampf bevor. So blieb es am Abend bei einer gesitteten, selbst organisierten Pastaparty in der Wohnung.
Früh am Sonntag ging es dann zur zwei Kilometer entfernten Startlinie des Halbmarathons, der um 8 Uhr losging. Im Sonnenschein bei deutlich besserem Wetter als erwartet lief Olli als erster Basaltkopp dem Ziel in Musselburgh entgegen. Die Strecke bot im ersten Viertel schöne Anblicke der mittelalterlichen Innenstadt Edinburghs und auch einige negative Höhenmeter. Diese wurden jedoch leider durch die teils beengten Straßen und den Verkehr im großen Teilnehmerfeld kompensiert. Anschließend ging es einige Kilometer auf der Strandpromenade am Meer entlang nach Osten, bevor eine nicht enden wollende sechs Kilometer lange Wendestrecke im Zielort eine mentale Herausforderung darstellte. Der äußerst böige Gegenwind auf den letzten drei Kilometern raubte unseren Läufern dabei die letzten Körner. Olli wurde zudem recht früh durch den Sturz seines Vordermannes ebenfalls zu Boden gerissen, erreichte jedoch trotzdem nach 1:31:25 h mit neuer PB das Ziel! Sebi und Matthias liefen das gesamte Rennen bis 500 m vor Ende gemeinsam, dann musste Sebi aufgrund stärker werdender Rückenschmerzen kurz anhalten und sich dehnen. Nach 1:36:44 h bzw. 1:36:54 h war das Ziel auch für die Beiden erreicht. Michael kam ebenfalls mit neuer PB nach 1:51:37 h ins Ziel und tastete danach obligatorisch auf allen Vieren den Kunstrasen der Pinkie Playing Fields ab. Sascha, dem aufgrund von Verletzungsproblemen im Vorfeld keine Vorbereitung auf einen HM vergönnt war, kämpfte sich durch das Rennen und kam nach 2:20:06 h an. Zunächst glücklich alle fünf Läufer gemeinsam mit Betreuer Paul im Ziel zu haben, stand jedoch der schwierigste Abschnitt des Laufs noch an: der viel zu weite Fußweg zum Shuttlebus und die Rückfahrt mit eben diesem über die stauverstopfte Autobahn zurück zum Startbereich – dies müsste organisatorisch doch besser zu lösen sein?! Auf dem Weg zu Fuß von dort zu unserer Wohnung wurden wir dann noch ordentlich von einem Regenschauer gewaschen. Doch die Strapazen des Tages waren am Nachmittag schnell vergessen, als das Auffüllen der Flüssigkeitsspeicher dann im Vordergrund stand. Mit dem Zünden einer Strikabomb wurden neue Lebensgeister geweckt und der Abend endete mit mehr als einer Runde, die auf die neuen Bestzeiten gegeben wurde…
Etwas lauffaul nutzten wir am Montag den Hop-on-hop-off-Bus für das Sightseeing. Die Aussicht vom Castlehill blieb uns wegen der Aufbauarbeiten zum Royal Edinburgh Military Tattoo leider verwehrt. Ebenso der Aufstieg zu den Salisbury Crags, da ein Regenschauer lauerte. Das „Mehr an Freizeit“ wurde dann jedoch sinnvoll genutzt, um sich wieder der lokalen Food-n-Drink-Szene zuzuwenden und diese bis in den späten Abend besser kennenzulernen. Apropos Kennenlernen: Dank zweier Kurzbesuche hatten wir noch das Vergnügen, den besseren Teil der Morton-Family kennenzulernen und fragen uns seitdem, wie Paul und sein Bruder nur so aus der Art schlagen konnten.
Vor dem Heimflug am Dienstag waren vier Basaltköppe dann nochmal sportlich unterwegs: Der unfreiwillige Frühaufsteher Sascha machte sich bereits um 6 Uhr auf den Weg zu den besagten Salisbury Crags, einer Hügelformation am Rande der Innenstadt. Michael, Sebi und Matthias liefen zwei Stunden später los – Michael drehte im Park links ab, während Sebi und Matthias den Anstieg auf Arthur’s Seat als Trailtraining mitnahmen und die Panoramaaussicht auf Stadt, Land und Meer genossen. Mit dem Rückflug und einem Abstecher zu McDonalds, der sehr zur Freude eines mitgereisten Aktionärs üppig ausfiel, endete der Trip. Nicht jedoch ohne vage den Plan zu schmieden, ein andermal die Reise nach Glasgow („Das bessere Schottland“) anzutreten.