Ein Trailrun-Schmankerl zum Saisonabschluss
von Matthias Stahl
Für seinen letzten Trail-Wettkampf des Jahres hat sich Matthias den Mayrhofen Ultraks RK 50 am ersten Septemberwochenende ausgesucht. Ein weiterer 100km-Versuch war terminlich oder streckentechnisch in diesem Jahr nicht mehr zu machen. Aber nach dem Zugspitz Ultratrail fühlte es sich so an, dass noch ein zweiter Ultra mit 50 km Länge schön wäre. Da fiel die Wahl auf Mayrhofen im Zillertal.
Mit dem Mayrhofen Ultraks fand dort ein Event mit sieben Distanzen von 7 bis 101 km statt. Der 100er mit knapp 8.000 hm kam für Matthias dort nicht infrage, die 51 km mit 3.300 hm schienen dem Trainingsstand eher angemessen. Ausgehend vom Ergebnis des ZUT rechnete er sich eine mögliche Zielzeit von etwa 8:10 h aus, ohne jedoch die Strecke zu kennen.
Am 5.9. um 7 Uhr fiel der Startschuss im Ortszentrum von Mayrhofen. Waren es am Vortag noch 30°C, ging es nun bei angenehmen 15°C und bedecktem Himmel los. Der erste Anstieg hatte es direkt in sich: Hinauf zum Penken und dann weiter zum Rastkogel führte die Strecke über 20 km und rund 2.000 hm fast ausnahmslos bergauf. Die Beine hatten schon am ersten VP nach 8 km aufgegeben und der Wille zur Umkehr war groß. Doch schien es Matthias nicht gerechtfertigt, den weiten Weg ins Zillertal für ein solch kurzes Gastspiel gemacht zu haben und die Trailsaison mit einem DNF zu beenden. Außerdem waren Strecke und Ausblicke ein echter Leckerbissen. Im wahrsten Wortsinn biss er sich also weiter durch und kämpfte sich unter Krämpfen bis zum höchsten Streckenpunkt kurz unterhalb des Rastkogels auf 2.600 m ü. NN. Von der ursprünglichen Zeitprognose hatte er sich längst verabschiedet. Der Gedanke an die Medaille, die er sich verdienen wollte, und den Besuch des Hotel-Spas zogen die Beine aber weiter voran.
Es folgte ein steiler Abstieg und dann ein flowiger Trail, unterbrochen von kurzen, knackigen Anstiegen. Vorbei an der Rastkogelhütte und über den Grat mehrerer kleiner Gipfel, immer mit dem Blick auf die pittoreske Bergwelt der Zillertaler Alpen. Der letzte Anstieg über 400 hm wieder hinauf zum Penken tat brutal weh. Jedoch nicht so weh wie der anschließende 1000 hm Downhill hinunter nach Mayrhofen.
Auf dem letzten Kilometer durch das Ortszentrum schien die Sonne und Dutzende Menschen entlang der Straße applaudierten allen Läuferinnen und Läufern, die sich am Nachmittag dem Ziel entgegen bewegten. Mit einer letzten Kraftanstrengung zog Matthias zu so etwas wie einem Schlussspurt an, während zuvor bergab teilweise nur noch Gehen möglich war, und lief nach 8:18 h ins Ziel. Letztendlich hatte es also doch gar nicht viel länger gedauert als zuvor geschätzt.
Die Belohnung? Der Whirlpool im Hotel, eine schöne Medaille, eine Menge Muskelkater und die Erinnerung an wirklich tolle, aber brutale Trails im Zillertal, die diesen Namen verdienen. Auf 51 km gab es im Gegensatz zu vielen anderen Läufen hier kaum Asphalt und Forstwege. Aber an den Stellen, wo es sie gab, war ich dankbar dafür, denn dann waren sie so etwas wie Erholung. Zu nennen sind noch die einwandfreie Organisation vom Start über die VPs bis ins Ziel, inklusive Abklatschen jedes Teilnehmers durch Legende Markus Kröll. Kurzum: Ein gelungener Kurztrip zu den Mayrhofen Ultraks, den man weiterempfehlen kann! Zugleich war es der Abschluss von Matthias’ Trailsaison, für den Rest des Jahres geht es nun zurück auf laufbare Wege und Straßen.