Tegernseelauf 2023: Heiß und süffig

von Matthias Stahl

Ein weiterer denkwürdiger Ausflug der Basaltköppe & Friends an den Tegernsee liegt hinter uns. Warum Kai Pflaume ein echter Teufelskerl ist, was Manuel Neuer am Sonntagmorgen so treibt und warum der Watzmann neuerdings im Westerwald steht bzw. hängt, erfahrt ihr im Folgenden. Leser, die sich eher für die sportlichen Aspekte der Reise (Stichwort “Ergebnisse des Tegernseelaufs”) interessieren, können direkt zum Abschnitt “Ein heißer Renntag” scrollen. Alle anderen sollten ein paar Minuten Zeit mitbringen. :-)

Der erste Tag im Paradies

Beginnen wir mit den Fakten: Am 16. September machten sich 6 Basaltköppe und 8 “Friends” bzw. Ehefrauen um 7 Uhr morgens auf den Weg ins 560 km entfernte Bad Wiessee, wo sie Erwin als 15. Teilnehmer der Gruppenreise bereits erwarten sollte. Alle bis auf einen waren trotz des Firmenlaufs am Vorabend und der frühen Uhrzeit fit und ausgeruht und verteilten sich motiviert auf die vier Fahrzeuge, von denen eins rein elektrisch betrieben wird. Leider hatte Michael wohl seine E-Zigarette während der Fahrt zu oft am Akku dieses Autos geladen, sodass das Team E-Auto früher als geplant einen Ladestopp einlegen musste. Zu allem Überfluss verpasste eben jene Fahrgemeinschaft aufgrund mangelhafter Navigation dann auch noch die Ausfahrt zum vereinbarten Treffpunkt mit den anderen, weshalb diese zunächst auf das Fleischwurstfrühstück warten mussten. Nach dann doch noch erfolgter gemeinsamer Rast kamen alle etwa um 14 Uhr am Tegernsee an. Dort hatte Erwin an seinem Wohnmobil bereits eine Verpflegungsstation aufgebaut, von der jeder Marathoni bei Kilometer 40 nur träumen kann: Mit Bier und Grillwürstchen war es bei 25°C und strahlendem Sonnenschein ein perfekter Empfang.

 

Nach diesem Aufwärmprogramm und einem Spaziergang über die Seepromenade (Sascha testete dabei auch die Wassertemperatur) folgte das Abendprogramm. Erwin hatte anlässlich seines kürzlichen runden Geburtstags zu einer Schnapsprobe im Ort eingeladen. Bei Willi, Marille und Co. wurde weniger über die Rennstrategien des bevorstehenden Laufs gesprochen als viel mehr über Kais daheim vergessene Unterhosen. Großzügige Angebote aus dem Kreis der Mitreisenden (“Du kannst gerne meine getragene Unterhose von der Hinfahrt haben.”) wurden von Kai abgelehnt. Eine Lösung präsentierte sich jedoch auf dem Heimweg im Schaufenster eines Bekleidungsgeschäfts (siehe Foto). Am Montag erfolgte der Zuschlag. Der Watzmann befindet sich künftig also nicht mehr im Berchtesgadener Land, sondern in Bad Marienberg! Der Abend endete mit mehr oder weniger alkoholhaltigen Kaltgetränken, Nussecken, Chips und Schokolade in der Stube der Unterkunft - Rennvorbereitung at its best…

Ein heißer Renntag

Sonntag. Der Tag des Tegernseelaufs. Schon beim Frühstück wurde klar, dass es kein ganz leichter Lauf werden würde, was nicht nur am teils noch vorhandenen Alkoholpegel lag, sondern vor allem an den warmen Temperaturen. Um 9 Uhr machten sich die unerschrockenen Läufer/innen und Unterstützer/innen auf den Weg nach Gmund, wo sich Start und Ziel des Laufs befanden. Die Runningcrew für die einzig wahre Distanz - die komplette Runde um den See (21,1 km) - bestand aus Michael, Kai, Olli und Matthias. Daneben versuchten noch ein paar Hobbyläufer ihr Glück auf dem 10km-Kurs, namentlich Sascha, Carmen, Michaela, Olli N. und Doris. Markus musste nach dem Aufwärmen feststellen, dass es aufgrund einer Verletzung auch für diese Strecke nicht reichen würde und musste etwas enttäuscht auf die Zuschauerseite der Startaufstellung gehen.

 

Bereits auf den ersten Metern begannen unsere Läufer und Läuferinnen auszulaufen: aus allen Poren drang der Schweiß. Ein Zustand, der sich erst eine Weile nach dem Lauf wieder änderte. Stechender Sonnenschein, 26°C und vor allem zum Ende hin nicht ganz leichte Strecken mit Steigungen sorgten dafür, dass es heute keine Bestzeiten gab. Und dies trotz der zaghaften Anfeuerung der Halbmarathonis durch den unauffällig in Tegernsee positionierten Manuel Neuer. Während der eine Promi anderen nur beim Leiden zusah, hatte sich ein anderer unter die Starter gemischt: Kai Pflaume lief zum wiederholten Male ebenfalls den Halbmarathon mit. Mit einer Zeit von 1:41:02 gelang ihm schier Unmenschliches, wenn man bedenkt, “dass dieser Mann eine solche Zeit läuft und dabei noch jeden Tag arbeiten geht(!)” (Zitat Streckenmoderator). Ein echter Malocher, dieser Mann. Da haben es die faulen Säcke von den Basaltköppen schon leichter. Anders wären deren Halbmarathonzeiten wohl nicht zu erklären…

 

Alle, auch unsere 10er, kämpften sich aber erfolgreich durch und waren froh, die (sportlichen) Strapazen des Tages hinter sich gebracht zu haben. Entgegen erster Beteuerungen werden wohl auch nächstes Jahr wieder alle Halbmarathonis die ganze Runde um den See laufen und die/der ein oder andere wird vielleicht sogar von 10 auf 21,1 km aufstocken.

HALBMARATHON Zeit Rang gesamt Rang AK
Matthias Stahl 1:30:09 55 / 3114 29 / 658 (M30)
Oliver Hain 1:35:09 136 / 3114 18 / 402 (M50)
Kai Heuzeroth 1:40:02 248 / 3114 29 / 402 (M50)
Michael Schumacher 2:09:58 1869 / 3114 323 / 488 (M40)

 

10 km Zeit Rang gesamt Rang AK
Oliver Neeb 50:40 125 / 825 18 / 89 (M40)
Sascha Henn 53:40 182 / 825 26 / 89 (M40)
Carmen Becker 59:44 372 / 825 46 / 111 (W30)
Doris Meyer 1:00:11 389 / 825 4 / 22 (W60)
Michaela Asbach 1:13:10 712 / 825 35 / 56 (W50)

Zweite Heimat Bräustüberl, erste Heimat Bergsee-Stube

Nach einer verdienten Pause ging es am Sonntagnachmittag dann mit dem Schiff auf die gegenüberliegende Seeseite ins Tegernseer Bräustüberl. Es müssen nicht viele Worte darüber verloren werden, was die Tegi Runners beim Genuss eines frisch gezapften Tegernseer Helles wohl empfinden. Und beim zweiten. Und beim dritten, und… Der Abend endete erst nachts in der pensionseigenen Stube bei Tanz und Musik (DJ Olli), mit Bier, Hochprozentigem und allerlei Leckereien.

 

Am nächsten Morgen sah mancher aus, als hätte er am Vortag Schrankdienst gehabt (Insider). Doch um dem vorhergesagten Regen zuvorzukommen, starteten wir in voller Mannschaftsstärke frühzeitig zur Talstation der Wallbergbahn. Die einen nutzten die Gondel für den Weg hinauf, die anderen wanderten die 5 km mit 800 hm zum Panoramarestaurant - aktive Erholung vom Tegernseelauf quasi. Einer zog es gar vor, noch ein Stück weiter zu laufen und nahm einen anderen Aufstiegsweg über den Setzberg. Die Aussicht vom Wallberg war deutlich besser als im letzten Jahr, als es sogar geschneit hatte. Nach Abstieg bzw. Talfahrt überzeugte sich ein Teil unserer Gruppe davon, dass der Tegernsee nicht nur mit flüssigen Gaumenfreuden aufwartet. In der Naturkäserei gab es Einblicke in die Käseherstellung und müffelnde Mitbringsel für Daheimgebliebene.

 

Der abendliche Test eines Gasthauses in Gmund endete letztlich dann doch nochmal im Original-Bräustüberl in Tegernsee. Wie durch einen Zufall führte uns der Bus dorthin. Als hätte der Fahrer geahnt, dass hier noch ordentlich Bier- und Willidurst vorhanden war. Der Abschluss - wie sollte es anders sein - fand dann wieder in der Stube der Unterkunft statt.

 

Der Dienstag stand im Zeichen des Abschieds. Abschied vom Tegernsee, Abschied von den Mitreisenden. Keine leichte Situation, denn man würde nicht nur die liebgewonnene Reisegruppe vermissen, sondern bald auch feststellen, dass einen der Alltag mit Familie, Beruf und Tegi aus der Flasche statt vom Hahn wieder einholt. Das Platzen der Tegernsee-Bubble sozusagen. Ein wenig Freude dürfte nur bei einem aufgekommen sein: Endlich wieder frische Unterhosen im Schrank, nicht wahr, Kai? ;-)

 

Es bleiben zwei Dinge: Erinnerungen an einen tollen Ausflug mit klasse Leuten und die Vorfreude, diesen Erinnerungen im nächsten Jahr weitere unvergessliche hinzuzufügen.

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